MS Dockville, der dritte Tag

Drei Tage Festival heißt auch, die Konzentration lässt nach, es braucht mehr Ruhepausen und Dinge müssen allgemein chilliger laufen.

Sonne. Denn das Wetter sollte man nicht unerwähnt lassen. Kam erst am späten Mittag, dann aber fesch und kräftig. Also alles gut.

Den Überblick erspare ich euch heute, schaut die Bilder an. Die Schreibe bleibt dahinter zurück, darum nur ein paar letzte Notizen für mich selbst.

Welshly Arms ist jetzt mal die Entdeckung des Tages. So viel Erde, das es staubt. Das reibt sich in den Blues, den Soul und den Rock, der daraus entsteht. Zeug für Bier, Bars mit offenen Türen und die Kirche, die beim rausschauen sichtbar wird. Gospel, Bass und RhythmnBlues. Dazu eine Stimme, die von einem ungesunden Leben erzählt. Man sagt ehrlich und Handwerk dazu. Nehmt das.

George Fitzgerald ist jene Art von DJ, die man auch im Ohrsessel anhören will, weil man sonst vielleicht die Feinheiten verpasst. Funktioniert, wenn der Boden feste getreten werden soll, aber auch, wenn es einfach mal Zeit ist zurückgelehnt die Dinge wirken zu lassen. Wie gesagt, dritter Tag und so.

The Blaze führten das weiter, was mal irgendwann in den Achtzigern begann. Tanzbarer Elekto-Pop in bester Ausprägung und Kunstfertigkeit dargeboten mit einer Trauer in der Stimme, die gerade deshalb zur trotzigen Bewegung auffordert. Tanz das weg. Dazu die Lichtspiele auf den Gebäude gegenüber – der Hafen bebte.

Maribou State sind sowas wie die Zukunft des Dancefloor-Pops. Funky, aber kein Funk, Electro, aber das dann auch nicht, denn die herkömmlichen Instrumente dominieren und die Songstrukturen sind ganz klare Ohrwürmer klassischer Qualität. Ich will die wiederhören, die haben Potential, die sind würdige Nachfolger von so vergessenen Größen wie Moloko.

Es ist vorbei, noch nicht ganz in diese Nacht, aber für mich schon. 

Mal ein paar Worte zu den Hamburgern. Ihr seid mega-entspannt. Keine Ahnung, warum das so ist, aber ich bin beeindruckt. Bleibt so. Und verratet mir mal irgendwann, warum hier jeder so wunderbar schnell Fahrrad fährt. Verflixt, ihr Großstadtjungs und -mädels ihr überholt mich mit was auch immer, und ich fühle mich wie eine lahme Ente. Jeder ist hier zügig unterwegs. Meist so leise und schnell, dass ich überrascht und fasziniert bin. Verdammt, seid ihr gut. Himmel, wie ich euch beneide, um die Sorglosigkeit mit der ihr durch die Nacht rast. Großes Kino, tolle Heimweg, klasse Leute.

Wenn ich wiederkommen soll, dann gebt Bescheid. Ich komme, versprochen.

2 Replies to “MS Dockville, der dritte Tag”

  1. Als Langsamradfahrer kann es durchaus gefährlich werden. Zumindest wenn man wie ich als Hansguckindieluft nach Fotomotiven schaut und auch mal nen kleinen Schlenker macht. rumps biste umgemäht. Als Fußgänger sowieso einmal die Richtung geändert ohne nach hinten zu schauen….und peng…

  2. 1. Berni, dieses ist der erste Kommentar, der hier abgegeben wurde. Also eine Premiere: Danke! Merci! Freut mich! Habe die Ehre!

    2. Du hast recht, das ist kritisch. Aber was mich erstaunte, das war wie scheinbar unproblematisch es doch läuft. Allerdings war ich eher nicht in Berufsverkehr unterwegs und habe auch nicht mitbekommen, wie es läuft, wenn man sich generell dem hiesigen Tempo verweigert. Kann eine ganz andere Geschichte sein. Vorstellbar. Wie gesagt, in anderen Städten so noch nicht erlebt.
    Liebe Grüße
    Andreas

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