Heidelberg: Lost Places

Lost Places

In den letzten Jahren sorgten Fotobücher mit sogenannten Lost Places für Furore. Bei Lost Places handelt es sich um leerstehende Gebäude, die aufgegeben wurden und nun verloren auf eine zweite Nutzung oder den endgültigen Zerfall warten.

Diese verlassenen Orte beinhalten meist noch Gegenstände der einstigen Bewohner, Unterlagen, die von einer anderen Zeit zeugen und wirken alles in allem oft wie fluchtartig verlassen. Es gibt solche Immobilien überall. Allerdings werden ihre Adressen und genauen Lokalisierungen gerne geheimgehalten.

Die Erfahrung zeigt, dass Fotograf:Innen meistens weitere nach sich ziehen. Oft kommt es zu einer Art Tourismus. Manchmal wandeln sich solche Liegenschaften in Kulissen für Modelaufnahmen, Akt-Shootings und künstlerische Ambitionen. Auch in Heidelberg gibt es natürlich solche Gebäude, die aktuell im Leerstand sind und auf ihren Abriss oder Umnutzung warten. Teilweise sind es historische Gebäude, die von einer langen Tradition der medizinischen Fakultäten und universitären Einrichtungen zeugen. Aber es finden sich auch Kliniken, die in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts gebaut wurden, aber heute nicht mehr dem Standard entsprechen und daher in einem ungeklärten Schicksal verharren.

All diese Häuser sind nicht begehbar, teilweise einsturzgefährdet und ihre Zugänge sind mit Brettern und Platten vernagelt. Auf meiner heutigen Fahrradfahrt bin ich an einigen dieser sogenannten Lost Places vorbeigekommen, habe nicht nur von ihnen Aufnahmen gemacht, aber auch. Ich werde – in der Tradition solcher Fotografien – natürlich keine genauen Adressen nennen, aber wer sich ein bißchen in Heidelberg auskennt, wird einiges erkennen. Nicht alles, was sich in der Galerie findet, gehört dazu. Aber viele Orte wirken während des Lockdowns wie eine Filmkulisse. Es gibt parkähnliche Landschaften, in denen der Schnee kaum menschliche Spuren aufweist, obwohl es vor 3 Tagen zum letzten Mal geschneit hat.

Manche großen Anlagen scheinen in einer Art Dornröschenschlaf versunken. Rankengewächse ziehen sich an ihnen hoch, die Rollläden sind unten und drinnen verstauben die Büromöbel, an die keiner mehr denkt.

Sei der Erste, der diesen Beitrag teilt:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.