Backstage: Wunschkandidaten, Spotify, TuneIn, iTunes, Deezer, Buchblogs

Ein bißchen etwas aus dem Nähkästchen und dem, was sich hinten tut:  Weil die Podcasts nun hoffentlich regelmäßig erscheinen, wurde ich gefragt, wen ich den eigentlich interviewen möchte.  

Eine kurze Aufzählung meiner Wunschkandidaten:

  1. Menschen, die etwas mit Leidenschaft und Begeisterung machen. 
  2. Menschen, die eine Begabung für etwas haben, und diese gerne nutzen.
  3. Menschen, die etwas außergewöhnliches erlebt haben, von dem sie gerne erzählen, dass sie teilen möchten.
  4. Menschen, die ein wichtiges Anliegen haben, und dieses vermitteln wollen.
  5. Menschen, die sich gerne in eine Kontroverse begeben oder mit mir über irgendetwas streiten wollen.
  6. Menschen, die es schaffen mit mir 5 Bier in einer Viertelstunde zu trinken, und nebenher Anekdoten erzählen, aber danach nicht zurückschrecken, das auch zu veröffentlichen.

Es muss nur einer dieser Punkte erfüllt sein, und wir haben Spaß. Oder einen interessanten Podcast. Oder beides. Was natürlich der Idealfall wäre.

Wie läuft das ab?

Ich werde das immer wieder neu skizzieren, denn ich lerne dazu und bin offen für das was kommt. Aber hier mal die Schritte.

  1. Es meldet sich jemand bei mir, der ein Interesse an einem Interview hat. Oder, was häufiger vorkommt, ich schreibe jemanden an. Ich versuche nicht zu hartnäckig zu sein. Ich überrede nicht zwangsläufig, aber manchmal frage ich mehrmals nach. Dann hängt mein Herz daran. Ernsthaft.
  2. Wenn man sich einigt, dann wird grob ein Termin festgelegt. Meine Interviewpartner wollen den Termin meist weit in der Zukunft haben. Um sich gedanklich darauf vor zu bereiten, aber auch, weil es wegen den Reisen, die oft damit verbunden sind, schlicht eine logistische Thematik ist. In der Regel reise ich an.  Momentan höre ich auch oft: „In diesem Jahr nicht mehr!“.  Das heißt, ich plane weit voraus. Die Kontinuität, Deadline und Reihenfolge macht mir ein bißchen Angst, aber ist eine Herausforderung.
  3. Es wird oft ein grober Überblick über die Fragen erwartet. Gleichzeitig muss ich die Spielregeln der DSGVO beachten. Ich sende meinen Interviewpartnern daher zwei Dokumente zu. Das eine ist mehrseitig und enthält einen groben Fahrplan, wie es abläuft. Das andere ist eine Einverständniserklärung zur Verwendung der Bild- und Tonaufnahmen. Unter Berücksichtigung, dass der Interviewte jederzeit auf eine Löschung bestehen kann. Im Rahmen der Möglichkeiten werde ich diese Löschung der Aufnahme und des Bildes dann auch schnellstmöglich durchführen, wenn sie gewünscht wird. Normalerweise wird ein Bild meines Interviewpartners/-partnerin mit einer Instax-Kamera gemacht. Dieses Bild wird nochmal abfotografiert und mit Schrift versehen und dient dem jeweiligen Podcast als Cover.
  4. Wenn wir einen Termin abmachen, dann treffen wir uns vorzugsweise an einem öffentlichen Ort mit einer Geräuschkulisse. Das mag irritieren, weil es ja keine Studioatmosphäre ist, aber aus den bisherigen Rückmeldungen wurde mir vermittelt, dass die Live-Atmosphäre bevorzugt wird, und das Interview lebendiger gestaltet. Ich persönlich mag daher Biergärten und Cafés und ähnliches. Ich verwende dafür zwei kleine Mikrofone, die am Kragen oder T-Shirt-Ausschnitt befestigt sind. Sie werden über einen Audioadapter gemeinsam per USB-C an ein Huawei P20 (Smartphone) angeschlossen. (Ich werde gerne gefragt, ob ich auch Bands interviewe. Ja, das würde ich gerne machen, aber das funktioniert leider nur mit einer anderen technischen Ausstattung, die ich nicht habe. Ich kann nur eins zu eins Interviews führen. Aktuell.)
  5. Ich habe kein Jingle, keine Einleitung, und nur einen groben Rahmen. Ich beginne die Interviews mehr oder weniger immer mit „Jetzt wird es ernst.“ Dann sage ich Hallo, entschuldige mich nuschelnd für ein fehlendes Jingle und mein Gast darf sich selbst vorstellen. Ich rede ihn oder sie mit DU an und erwähne nur den Vornamen. Wer sich dafür entscheidet ein Pseudonym zu nutzen, oder es bei dem Vornamen zu belassen, der darf das. Wer mich gerne bei einer Ego-Show unterstützen möchte und MIR die Fragen stellen will, der muss sich überhaupt nicht outen und kann es bei einem Vornamen belassen. Wenn der Wunsch ist, dass wir uns an einen Fragenkomplex halten, dann werde ich mich weitgehend selbst dadurch bewegen und es durch eigene Anekdoten unterfüttern, wenn das nicht gewünscht wird, dann plaudern wir und schauen, was passiert. Letzteres wird von mir bevorzugt. Das Interview wird nicht geschnitten, nicht geändert, nicht gekürzt, nicht unterbrochen. Es wird live, und roh aufgenommen. Und im besten Fall bleibt es so.
  6. Nach Beendigung des Interviews werde ich das Interview sofort meinem Interviewpartner zusenden. Per Mail, per Cloud, wie auch immer. Es wird nichts sofort veröffentlicht und es braucht die ausdrückliche Freigabe durch den Interviewten. Die Wartezeit bis zur Antwort ist – , das sage ich ganz ehrlich, – der härtest Part der Geschichte. Entscheidet sich der Interviewte gegen die Veröffentlichung, dann wiederholen wir das gerne (wenn gewünscht), oder wir lassen es ganz (wenn dieses gewünscht ist). Wir können auch nach der Wiederholung entscheiden, welches das bessere war. Maßgeblich ist aber immer, in jedem Fall, was der Gast sagt. Ich werde beraten, vielleicht auch begeistert sein von der einen oder anderen Version, aber ich will niemanden drängen.
  7. Die Interviews gehen in der Regel 15 Minuten (mehr oder weniger).  Einige Gäste werden mehr zu erzählen haben, dann will ich nicht darauf beharren, andere werden schon nach der Hälfte der Zeit merken, dass es nicht so einfach ist. Und viele Hörer, hören es eher nebenbei . Wenn man die eigenen Hörgewohnheiten beobachtet, so wird man feststellen, dass durchschnittliche Interviews in Radios sehr, sehr viel kürzer sind (aber, und das muss man dazu sagen: Da fällt in der Regel die komplette Vorstellung des Gesprächspartners weg, denn meistens weiß man schon, was derjenige macht oder wieso er interviewt wird)
  8. Nach der Zustimmung durch den Gast, wird ein Veröffentlichungstermin geplant. In der Regel wird das Interview chronologisch an einem Mittwoch in den Morgenstunden veröffentlicht. Es wird dann auf Facebook, Instagram und Twitter von mir beworben. Das heißt, ich führe es dort dann auf. Allerdings normalerweise nur einmal am Tag. Ich könnte es vielleicht öfters machen, aber ich bin nicht so der Typ fürs Marketing. Sorry. 
  9. In Folge der Veröffentlichung wird es auch auf folgenden Plattformen zu hören und zu abonnieren sein: Spotify, TuneIn, Stitcher (Deezer und iTunes befinden sich in der Prüfung).
  10. Last but not least: Follower, Zugriffszahlen, Reichweite. Wer hört den Kram eigentlich? Ich sage es ganz ehrlich: Seit der DSGVO und anderen Richtlinien, ist eine komplette Erfassung der Hörer und Besucher ausgesprochen schwierig.  Im Augenblick habe ich 300-400 Besucher im Durchschnitt pro Tag auf meiner Seite. Ich gehe davon aus, dass Minimum ein Drittel davon Roboter oder Spammer auf der Suche nach Angriffsflächen sind. Also bleibt eine sehr geringe Zahl übrig. Durch die unterschiedlichen Thematiken, die dieses Blog bietet, handelt es sich bei den Followern ebenfalls um sehr verschiedene Interessen und einer wechselnden Kontinuität. Man weiß nicht so recht, was einen hier erwartet, und man weiß nicht so recht, wohin das führt. Grundsätzlich nimmt die Verlinkung zu und die Wechselwirkung mit anderen Blogs auch. Aber die fehlende Spezialisierung, das Alter des Betreibers, die Bleiwüsten an Texte sind eher Bremser. Deswegen kann man hier auch lernen, wie man es nicht macht. – Allerdings sind bei den oben genannten Zahlen nicht jene eingeflossen, die auf Abonnements bei den Diensten Spotify, Deezer, Itunes etc. beruhen. Hier kann und wird sich noch  etwas tun. Und: Die Wechselwirkung aus den Interviewpartnern kann langfristig zu einem neuen Hörerkreis führen. Das erkläre ich demnächst aber nochmal gesondert.
  11. Schwerpunkte in der nächsten Zeit: Ich werde relativ viel im Autoren-Umfeld machen. Ich werde mich gleichzeitig bemühen, die Betreiber von Buchblogs vorzustellen. Zum einen interessiert mich das Thema Literatur sehr stark, zum anderen handelt es sich um ein Umfeld, in dem – ähnlich wie in der Musik – starke Pole gegeneinander reiben. Dieses versuche ich mehr zu durchleuchten und dazu auch starke Meinungen zu finden, die ihren Part entsprechend vertreten. Dieses wird aber nur ein Schwerpunkt sein – es gibt noch ein ganzes Bündel anderer Themen in Vorbereitung, die tief in der Planungsphase stecken, aber überraschen werden. Versprochen!

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